Rezensionen

Fredrika W. Carstens: Der Efeu. Ein Brief­roman

27. Juni 2015 | Von

Das Genre des „Brief­romans“ zählt neben dem „Tagebuch­roman“ zu den jünge­ren Romanformen. Der schwedischsprachige Roman Der Efeu, den die Autorin Fredrika Carstens bereits im Jahre 1840 verfasst hat, ist erst spät ins Finnische übersetzt worden. Jetzt liegt erstmals eine deutsche Fassung vor. Der Efeu ist ein gesellschaftskritischer Roman und zugleich eine Art „Reisebeschreibung“. Die Hauptgestalt

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Paavo Lipponen: Die Vernunft siegt

17. Juni 2015 | Von

Am 1. August 2015 sind bereits 40 Jahre seit Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki durch die Präsidenten bzw. Regierungschefs der 35 europäischen und nordamerikanischen Staaten der KSZE/ETYK vergangen. Bei dem schwierigen Bemühen, die Konfrontation zwischen Ost und West abzubauen und durch eine mühsam entwickelte, dringend erforderliche Kooperation zu ersetzen, hat Paavo Lipponen, der im nächsten

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Tuula Karjalainen: Tove Jansson: Die Biographie

27. März 2015 | Von

„Alle Welt kennt die Mumins. Die Trollwesen der finnischen Malerin Tove Jansson gelten als Inbegriff der heilen Familie. Doch der Horizont der Künstlerin war sehr viel weiter.“ So wie Tilman Spreckelsen im Feuilleton der FAZ seinen Artikel zum hundertsten Geburtstag der Muminmama beginnt, erfährt die außergewöhnliche Finnin durch die im Jubiläumsjahr 2014 erschienene Biographie von

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Marja-Liisa Vartio: Männer wie Männer, Frauen wie Frauen

24. März 2015 | Von

Sofi Oksanens sprach­liches Idol, wie sie selbst es sagt, ist 1924 geboren und gilt seit langem als Best­sellerautorin, ihre Werke als Klassiker in Finnland: Marja-Liisa Vartio. Ihr jüngst auf Deutsch erschienener Roman über Geschlechterverhältnisse, über das Ringen um weibliche Eigenständigkeit, über familiäre und gesellschaftliche Dramen hat satte 55 Jahre auf seine Übersetzung gewartet. Entsprechend vielschichtig

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Raija Siekkinen: Wie Liebe entsteht

22. März 2015 | Von

Menschen reiben sich aneinander wie winzige Kontinentalplatten. Etwas wird geschehen. Verwerfungen. Selbstbetrug. Unerwiderte Gefühle. Zweifel. Fremde können sie sich selbst und gegenseitig sein, werden. Jemand möchte erkannt werden, anerkannt. Möchte vergessen können, aus seiner Geschichte steigen. Fluchtversuche. Irreparables Handeln. Schweigen. Oft sind Kleinigkeiten Auslöser. Ein Moment enttäuschter Erwartung. Ein Blick, eine Erinnerung. Die Figuren gehen

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Karl August Tavaststjerna: Harte Zeiten

20. März 2015 | Von

Es ist ein enges Korsett, das die Leute 1867 tragen. Es ist das Korsett ihrer gesellschaftlichen Stellung. Karl August Tavaststjerna beschreibt in Harte Zeiten das Hungerjahr 1867 und die darauffolgende Typhus­epidemie in Finnland. Der 1891 veröffentlichte Roman wurde 1983 in der Übersetzung von Klaus-Jürgen Liedtke verlegt. Nun ist diese Übersetzung von Liedtke selbst überarbeitet worden.

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Rezension: Miina Supinen: Drei ist keiner zu viel

18. März 2015 | Von

Der sprechende Name Victor Allcock, den Mii­na Supinen für die Haupt­figur ihres Romans gewählt hat, sagt eigentlich schon alles. „Ich muss schon zugeben, dass ich ein ziemlicher Casanova war: Da hilft kein Schönreden.“ Er berichtet seine Lebensgeschichte aus dem Jenseits, denn sein Tod hat bereits stattgefunden. Neben diesem selbstverliebten englischen Frauenversteher um die 40, Professor

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Dorothea Grünzweig: Kaamos Kosmos

6. März 2015 | Von

Rezension: Dorothea Grünzweig: Kaamos Kosmos Dieser Titel verspricht einen Blick in die Welt der tiefen nordischen Winternächte – kaamos ist das finnische Wort für Polarnacht. Der ‚Hausverlag’ der bereits seit 1989 in Finnland lebenden Germanistin, Schriftstellerin und Übersetzerin Dorothea Grünzweig, der Wallstein-Verlag, hat mit ‚Kaamos Kosmos’ ihren sechsten deutschsprachigen Lyrikband herausgebracht. Mit Staunen stellt die

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Mooses Mentula: Nordlicht – Südlicht

22. Dezember 2014 | Von

Der Titel verrät es schon. Hier treffen zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein können, aufeinander. Marianne, das Südlicht, fasziniert von der Exotik des Nordens und Jouni, ist ihrer Liebe an den Polarkreis gefolgt. Das Glück scheint perfekt, als Lenne geboren wird. Doch schon bald hat alles, für das Marianne ihr früheres gut situiertes Leben in

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Henrik Tikkanen: Brändövägen 8 Brändö. Tel. 35

18. Dezember 2014 | Von

„Dies ist eine gruselige Geschichte über vorzeitigen Tod, Unheil, Unzucht und Schnaps. Sie handelt vom Unglück einer Familie und vom Kampf gegen das Unglück, der den Sinn und die Unmöglichkeit des Lebens darstellt.“ Der die Zeilen schrieb, musste es wissen: Henrik Tikkanen. Dies ist seine Geschichte und die seiner Familie. Das Umfeld, in das Tikkanen 1924

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