Ein neues deutschsprachiges Buch über Akseli Gallen-Kallela

25. Juni 2015 | Von | Kategorie: Aktuell

GKM_B_kannet.inddIn diesem Jahr feiert man nicht nur in Finnland 150 Jahre  Akseli Gallen-Kallela. Er ist einer der wichtigsten Künstler der finnischen Nationalromantik.

Einen bisher nie dagewesenen genauen Einblick in Gallen-Kallelas Beziehungen zu Deutschland erhält man nun durch das neue Buch Akseli Gallen-Kallela & Berlin – Die historischen Schichten der Gemälde. Darin wird ausführlich dargestellt, was sich in Berlin im Jahr 1895 ereignete, als Gallen-Kallela sich drei Monate in der Stadt aufhielt.

Akseli Gallen-Kallela reiste nach Berlin, um seine internationale Karriere und den Verkauf seiner Werke zu fördern und anschließend nach Venedig weiterzureisen. Die Reisepläne änderten sich jedoch, als sich der Fokus des Künstlers auf die Präsentation seiner Werke in Ausstellungen in Deutschland legte. In drei Ausstellungen war er mit seinen Werken vertreten.

Im Buch werden sowohl die Stellung der nordischen Kunst und die Bestrebungen der finnischen Moderne im damaligen Berlin als auch die Zusammenarbeit Gallen-Kallelas mit der fortschrittlichen Kunstzeitschrift Pan beleuchtet. Es wird über die Stellung der Berliner Kunstgalerien berichtet, sowie über Gallen-Kallelas Beziehung zum Kunstmarkt und zu seinen Künstlerkollegen. Außerdem werden die von Gallen-Kallela in Berlin verkauften und gefertigten Kunstwerke betrachtet. Der Gemeinschaftsausstellung von Gallen-Kallela mit dem Norweger Edvard Munch widmet sich ein eigener Beitrag. Die Kunstauffassung des kunstphilosophischen Ferkel-Kreises (gemeint ist die von August Strindberg in „Zum schwarzen Ferkel“ umbenannte Kneipe „Gustav Türkes Weinhandlung und Probierstube”, die ein Treffpunkt des Künstler- und Bohèmekreises Berlins war) wird in seiner Beziehung zu Gallen-Kallelas Kunst analysiert und die Darstellung der Sexualität als in dieser Zeit die Kunst interessierende Frage erörtert. Im Buch werden die im Hinblick auf den Deutschland-Aufenthalt Gallen-Kallelas bedeutenden Museums- und Archivmaterialien vorgestellt. Akseli Gallen-Kallelas Berliner Zeit werden die gegenwärtige Rolle Berlins und momentan in Berlin arbeitende zeitgenössische nordische Künstler gegenübergestellt.

Die Zusammenarbeit zwischen Kunsthistorikern verschiedener Länder ermöglicht ein neues Verständnis für diesen Zeitabschnitt. Material zu Gallen-Kallela lag bisher hauptsächlich in finnischer Sprache vor. Jetzt ist dieses auf Originalquellen beruhende Wissen endlich auch auf Deutsch verfügbar.

Das Buch kann beim Gallen-Kallela Museum bestellt werden. http://www.gallen-kallela.fi/en/tuotteet/books/

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