Finlandia-Preis 2016 an Jukka Viikilä

25. November 2016 | Von | Kategorie: Aktuell
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Jukka Viikilä, Akvarelleja Engelin kaupungista, Gummerus

Am 24. November wurde im Nationaltheater in Helsinki der Finlandia-Preis 2016 vergeben. Der Gewinner für Belletristik ist Jukka Viikilä mit seinem Erstlingsroman „Akvarelleja Engelin kaupungista“ (Verlag Gummerus, deutsch „Aquarelle aus Engels Stadt“).

Mit Engel ist der deutsche Architekt Carl Ludwig Engel gemeint. Viikiläs Roman im Tagebuchformat beschreibt das Leben des Architekten, der Anfang des 19. Jahrhunderts im Großfürstentum Finnland mit der Neugestaltung der Stadt Helsinki betraut war. Engel war einer der bedeutendsten Baumeister in Finnland. Er baute den bekannten Senatsplatz mit seinen klassizistischen Gebäuden in Helsinki und prägte auch das Gesicht vieler anderer finnischer Städte.

Über Engels Leben ist nicht viel bekannt. Übrig geblieben sind nur Briefe an seinen deutschen Freund. Trotz der großen Aufgabe, Helsinki neu zu bauen vermisste Engel während seines Aufenthaltes – 24 Jahre – immer das Leben in Berlin. Diese Tatsache nutzt Viikilä, er beschreibt fiktiv das Leben Engels in Helsinki.

Jukka Viikilä (geb. 1973) hat bisher zwei Lyrikbände veröffentlicht. “Akvarelleja Engelin kaupungista“ entstand zunächst als Radiohörspiel. Den lyrischen Hintergrund des Autors merkt man an den schönen Sätzen des Gewinnerbuches. Viikilä selbst meint, dass sein  Roman lyrischer ist wie seine Lyrikbände.

Den Finlandia-Preis für Kinder- und Jugendliteratur bekam Juuli Niemi (geb. 1981) für ihren Roman „Et kävele yksin“ („Du gehst nicht allein“). Der Sachbuch-Finlandia-Preis ging an die Journalistin Mari Manninen für „Yhden lapsen kansa“ („Nation des Einzelkindes“)

Der Finlandia-Preis ist „der Oscar“ der Buchbranche in Finnland. Bereits die Aufnahme eines Buches in die Auswahl sorgt dort für hohe Auflagen. Alle Finlandia-Preise sind mit 30.000  Euro dotiert.

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