Leena Lehtolainen: Das Nest des Teufels

27. Juni 2014 | Von | Kategorie: Rezensionen

nest-llDie westlich von Helsinki lebende Leena Lehtolainen ist eine der erfolgreichsten und renommiertesten finnischen Schriftstellerinnen. Im Jahr 1994 erschien ihr erster Roman um die Anwältin und Kommissarin Mario Kallio, deren Abenteuer in Finnland auch als Fernsehfilme sehr erfolgreich sind. Mit Hilja Ilveskero schuf die Krimiautorin eine neue Romanheldin, die sich als Leibwächterin sympathisch und dennoch zäh, zielgerichtet, „straight“ und stets „tough“ auf die abenteuerliche Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit begibt. Die Romantrilogie mit den Titeln „Die Leibwächterin“ und „Der Löwe der Gerechtigkeit“ findet mit dem aktuellen Thriller „Das Nest des Teufels“ ihren Abschluss, auf den viele Lehtolainen Anhänger bereits seit einem Jahr gewartet haben dürften.

Nunmehr begibt sich die Leibwächterin zunächst zum Personenschutz in die Schweiz, stellt dabei jedoch fest, dass die von ihr betreute Klientin die Tochter des kriminellen Erzfeindes von Daniel Stahl ist. Daniel Stahl wiederum, Hiljas für verschollen geglaubter, ehemaliger Freund, steht dann urplötzlich vor der völlig perplexen Hilja. David arbeitet undercover und Hilja muss entdecken, dass sie nach wie vor nicht nur auf seiner Seite steht, sondern eindeutige Gefühle für ihn besitzt. So gerät die Leibwächterin auch zurück in Finnland immer weiter zwischen die Fronten bis es zu einem fulminaten Showdown und einem Kampf um Leben und Tod kommt.

Der Roman ist durchzogen von unterschiedlichsten Handlungssträngen und überzeugt durch detailreiche Schilderungen. Wer rasante Action-Thriller sucht, der ist hier an der falschen Stelle, zumal der Roman Zeit braucht, um „in Gang zu kommen“ und die diversen Hintergründe aufzuzeigen. Dies gelingt anfangs eher mühsam, doch einmal in Fahrt gekommen, mag man das Buch nicht mehr weglegen und fiebert mit der Leibwächterin Ilveskero mit.

 Leena Lehtolainen: Das Nest des Teufels (Paholaisen Pennut, Übersetzung: G. Schrey-Vasara). Kindler, 2014, 448 Seiten, 19,95 €. Eine Rezension aus der Deutsch-Finnischen Rundschau 161  von Dr. Ulrike Klein

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