Literaturpreis des Nordischen Rates an Kjell Westö

31. Oktober 2014 | Von | Kategorie: Aktuell
(c) Cata Portin

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Am vergangenen Mittwoch-Abend wurden im Stockholmer Rathaus die Kulturpreise des Nordischen Rates vergeben. Den Literaturpreis erhielt der Finnlandschwede  Kjell Westö mit seinem Roman „Das Trugbild“ (Originaltitel: Hägring 38, aus dem Schwedischen von Paul Berf, Random House).
Der Roman schildert das Leben in Helsinki im Sommer und Herbst 1938.
Besonders eine Sequenz des Romans sorgte in Finnland für Aufsehen. Bei der Olympiade 1938 gewann der finnische Jude Abraham Tokazier den 100-Meter-Lauf. Obwohl der Stadionsprecher Tokazier bereits als Sieger verkündet hatte, wurde er vom Kampfgericht auf den vierten Platz gesetzt. Im September 2013 – 75 Jahre später – musste der finnische Sportverband (SUL) sich hierfür offiziell entschuldigen und Tokazier wurde der Sieg zugesprochen.
Kjell Westö nutzt dieses Ereignis in seinem Roman als ein Zeichen für den alltäglichen Antisemitismus in Vorkriegsfinnland.
Der Literaturpreis des Nordischen Rates ist mit 47.000 € dotiert. Weitere finnische Preisträger sind Sofi Oksanen (2010), Kari Hotakainen (2004), Tua Forsström (1998), Antti Tuuri (1985), Bo Carpelan (1977), Hannu Salama (1975), Veijo Meri (1973) und Väinö Linna (1963).
Im Jahr 2006 erhielt Westö den Finlandiapreis für seinen Roman „Missä kuljimme kerran“ (Wo wir einst gingen).

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