Peter Jackob: Kilju

13. Dezember 2015 | Von | Kategorie: Aktuell, Rezensionen
IMG_1594

Der Autor Peter Jackob steht für Buchvorstellungen zur Verfügung. Der Kontakt kann über das DFG-Kulturreferat hergestellt werden. Hier auf dem Bild ist er zu sehen bei seinem Vortragsabend in Gießen, den die DFG-Bezirksgruppe Wetzlar/Gießen organisiert hatte. Quelle: Gollenstein Verlag

Mit dem Roman „Kilju – Ein Finnland-Thriller“ begibt sich der Leser auf eine Verfolgungsjagd quer durch Finnland bis hin zum Polarkreis. Er begleitet dabei den Finnen Toivo Salonen, einen 33-jährigen Archäologen, der schlagartig in einen Kriminalfall hineingezogen wird und sich unversehens im Zentrum eines mysteriösen Geschehens wiederfindet.

Als im Finnischen Nationalmuseum in Helsinki ein mittelalterliches Schwert gestohlen wird, reagieren zunächst nur Insider besorgt auf diese Nachricht. Doch der darauf folgende, bestialische Mord an dem Archäologieprofessor Lasse Halvari erschreckt die Bevölkerung, vor allem Freunde und Studentenschaft. Toivo Salonen gelangt ab diesem Tag in einen atemberaubenden Strudel an Ereignissen. Immer mehr muss er bemerken, dass er zusammen mit seinen Studienkollegen scheinbar einen wichtigen Teil des Kriminalfalls bildet und spätestens mit einem weiteren Mord an einem Kommilitonen um sein Leben bangen muss. Es folgt ein Versteckspiel, eine Flucht und gleichzeitig die Suche nach dem Mörder. Der junge Finne muss sich die Frage stellen, ob das Rätsel um die Morde weit zurück in der Vergangenheit liegt. Hat er bei den archäologischen Exkursionen zusammen mit seinem verstorbenen Professor etwas übersehen? Gab es hier Anzeichen für eine geschichtliche Revolution? Lief die Besiedelung Finnlands tatsächlich so ab, wie in den Geschichtsbüchern geschrieben und was haben die Einwohner Mesoamerikas hiermit zu tun? Toivo Salonen steht nicht nur vor dem Rätsel der Morde, sondern vor schier unglaublichen Entdeckungen wissenschaftlicher Art; es beginnt ein Countdown auf Leben und Tod.

Der Mainzer Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Peter Jackob ließ sich auf Finnlandreisen zu diesem Roman inspirieren. Insbesondere die „Begegnung“ mit einem alten Schwert im Finnischen Nationalmuseum war Auslöser für den Roman „Kilju“ und damit sein erstes Werk, das in Skandinavien spielt. Er ist Mitglied der Autorengruppe „Mörderisches Rheinhessen“ und bekannt für seine Krimis um den Mainzer Ermittler Schack Bekker. Sein Finnland-Thriller besticht durch rasche Handlungsabfolgen, Dramatik und actionreiche Geschehnisse. Der Leser befindet sich ohne weitreichende Einführungen schnell im Mittelpunkt der Story und wird von da an auf eine temporeiche Verfolgungsjagd geschickt. Der Roman fesselt, ist spannend und gut erzählt. Mitunter mag der Leser über die Häufung an Zufällen, die weiter zur Lösung der Mordfälle führt, staunen, doch der Überraschungsfaktor ist damit natürlich hoch. Der Finnlandfreund und –kenner darf allerdings nicht auf landesspezifische Details oder Kleinigkeiten wie ein Wiedererkennen von Eigenheiten oder auf finnlandtypische Besonderheiten hoffen: Finnland ist bei diesem „Finnland-Thriller“ einfach Ort des Geschehens, ein schneereiches, kaltes Land – vornehmlich geht es hier um die rasante Story, die das Buch zu einem gut erzählten Werk gerade für kalte Winterabende macht.

Peter Jackob: Kilju. Gollenstein Verlag, 2014, 335 S., ISBN 9783956330247, 12,90 Euro.  Eine Rezension in der Deutsch-Finnischen Rundschau 167 von Dr. Ulrike Klein

Schreibe einen Kommentar