Tage des letzten Schnees

8. März 2014 | Von | Kategorie: Rezensionen

Tage des letzten Schnees von Jan Costin Wagner wurde auf DFGliest bereits einige Male vorgestellt. Hier nun eine Rezension von Dr. Ulrike Klein aus der Deutsch-Finnischen Rundschau 160, die demnächst erscheint:

wagnerDer in Deutschland und seiner Wahlheimat Finnland lebende Jan Costin Wagner hat Anfang des Jahres seinen  neuesten Kriminalroman veröffentlicht. Tage des letzten Schnees ist der fünfte Titel in der Reihe um den jungen Kommissar Kimmo Joentaa, der als melancholischer Protagonist mit der schmerzhaften Erinnerung an den Tod seiner Frau kämpft. Er vermag nicht nur durch seine unkonventionelle Art den Leser in einen fast magisch anmutenden Bann zu ziehen. Dieser wird ab dem zweiten Teil des Romans derart stark, dass man sich ihm kaum noch entziehen kann.
Joentaa ermittelt anlässlich eines schicksalhaften Verkehrsunfalls mit Todesfolge sowie eines Doppelmords, während der Leser von weiteren Schicksalen wie dem einer verarmten Frau und des auf einen Amoklauf zusteuernden Schülers erfährt. Diese anfangs scheinbar unzusammenhängend erzählten Einzelfälle werden vom Autor schleichend miteinander verzahnt und weisen eine tragische Verbindung auf.
Dabei ist der Krimi spannend bis zum Ende und wird getragen von den Grundmotiven Tod, Trauer und Abschiednehmen, so dass ihm eine ganz eigene, melancholische Stimmung zugrunde liegt. Mitunter sind, wie in vielen Wagner-Romanen, Momente dabei, die nahezu unerträglich anmuten und die sicher nicht jeder Leser aufgrund ihrer Verknüpfung von Schicksal, Tod und Traurigkeit auszuhalten vermag. Wer dies aber schafft, der wird von einer grandios erzählten Story belohnt.
Der 42-jährige Jan Costin Wagner ist mit einer finnischen Malerin verheiratet und hat eine Tochter. Er schrieb bislang sieben Kriminalromane, wobei seine Joentaa-Krimireihe in 14 Sprachen übersetzt wurde. Er kann als einer der literarischsten deutschen Kriminalautoren bezeichnet werden.

Jan Costin Wagner: Tage des letzten Schnees. Galiani Verlag, 2014, 320 S., 19,99 Euro, ISBN 978-3-86971-017-4

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