Sofi Oksanen in Budapest prämiert

25. April 2014 | Von | Kategorie: Aktuell
Bild Toni Härkönen

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Sofi Oksanen – in Deutschland bekannt vor allem durch ihren Roman „Fegefeuer“ – erhielt gestern den Grand Prix des Internationalen Buchfestivals in Budapest, Ungarn. Auf dem Buchfestival präsentieren die Vertreter der internationalen Buchbranche ihr Angebot an Büchern. Der Grand Prix wird seit 1995 verliehen. Frühere Preisträger sind Nobelpreisträger Günter Grass, Imre Kertész und Mario Vargas Llosa sowie u.a. Salman Rushdie, Umberto Eco, Jorge Semprún, Amos Oz, Claudio Magris. Sofi oksanen ist die zweite Preisträgerin nach der russischen Ljudmila Ulitskaja.
„Die Geschichte von Estland, unter dem Joch der Sowjetunion ist stark in ihren Büchern vertreten“ beschreibt die Jury die Literatur von Oksanen. „Ebenso die Beziehung des Landes zu Finnland, das auch im Schatten der Sowjetunion gelebt hat“. Die Jury lobt u.a. die Behandlung des Themas Gewalt gegen Frauen in Oksanens Werken.
Sofi Oksanen freut sich lt. Helsingin Sanomat über den Preis. In einer Mail schreibt sie, dass dieser Preis von den ungarischen Verlagen vergeben wird und diese Anerkennung von Fachleuten sie sehr freut. Bei dieser Gelegenheit kritisierte sie auch scharf die momentane politische Situation in Ungarn. Ihr Roman „Kun kyyhkyset katosivat“ (Dt. als die Tauben verschwanden) ist gerade in Ungarn erschienen. Er beschreibt die Hintergründe von Propaganda als Geschichtsschreibung und die Rolle der Kollaborateure. Oksanen betont, dass es wichtig ist, dass dieser Roman gerade jetzt in Ungarn erscheint.

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