Tuula Karjalainen: Tove Jansson: Die Biographie

27. März 2015 | Von | Kategorie: Aktuell, Rezensionen

tj bio„Alle Welt kennt die Mumins. Die Trollwesen der finnischen Malerin Tove Jansson gelten als Inbegriff der heilen Familie. Doch der Horizont der Künstlerin war sehr viel weiter.“ So wie Tilman Spreckelsen im Feuilleton der FAZ seinen Artikel zum hundertsten Geburtstag der Muminmama beginnt, erfährt die außergewöhnliche Finnin durch die im Jubiläumsjahr 2014 erschienene Biographie von Tuula Karjalainen ihre besondere Würdigung.
Das im Urachhaus Verlag erschiene¬ne Werk überzeugt durch seine Aufmachung, interessante Fotos, die im deutschsprachigen Raum in dieser Art und Zusammenstellung einzigartig sein dürften, wie auch durch Abbildungen der von der Künstlerin selbst gefertigten Werke, Karikaturen und Illustrationen. Neben der zunächst historisch aufgebauten Schilde¬rung des Lebens ToveJanssons, ihrer Fami¬lie, der Kriegszeit und den überaus weit dargelegten Beschreibungen ihrer einzelnen Beziehungen, nehmen verständlicherweise die Mumins einen bedeutenden Teil der Biographie ein. Aber auch weitere Werke Tove Janssons erfahren eine Darstellung und jeweils kurze Zusammenfassung mit Bebilderung.
Viel Neues dürfte für diejenigen Leser, die die Künstlerin vornehmlich durch die Mumin-Erzählungen kennen, zu erfahren sein. Ein Finnland- und Tove Jansson-Anhänger wiederum könnte weiterführende Details und vielfach kurz dargestellte Geschehnisse hinterfragt und dargelegt haben wollen. Insoweit wird in der Biographie auf beigefügtes Quellenmaterial verwiesen.
Insgesamt ein ordentliches Werk, bei dem sich allerdings die Frage aufwerfen mag, ob nicht eine (noch) ausführlichere Auseinandersetzung mit der Thematik und Sorgfältigkeit der Bebilderung (so auch demTitelbild) dieser Biographie nicht besser getan hätten und so ein wahrhaft würdiges Werk für die Jahrhundertfinnin entstanden wäre.

Tuula Karjalainen: ToveJansson: Die Bio¬graphie (Tove Jansson, 2014), Übersetzung: Anke Michler-Janhunen, Regine Pirschel. Urachhaus, 320 S., 36 Euro. Eine Rezension aus der Deutsch-Finnischen Rundschau 164 von Dr. Ulrike Klein.

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